LENE ENGHUSEN

    

Biography

        

2009 onwards: freelance artist

2003 onwards: Art Studies

1987 onwards: lives and works in Cologne, Germany

Teacher Studies, Denmark   

Born in Copenhagen, Denmark

        

Memberships

BBK Bonn Rhein-Sieg e.V, Germany

68elf e.V. Kunstverein Köln

VG Bild-Kunst, Bonn, Germany

Crossart International

Kunstwerk e.V Köln, Germany

Kunstlerforum Remagen, Germany K

Kunstverein Dormagen

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Für die dänische Künstlerin Lene Enghusen
ist die Natur eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Insbesondere die Liebe und die Sehnsucht nach dem Meer bringt Lene Enghusen, die in Dänemark geboren und direkt am Meer aufgewachsen ist, eindrucksvoll in ihren Bildern zum Ausdruck.  Lene Enghusen wurde in Kopenhagen geboren. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie in Köln, wo sie als freischaffende Künstlerin in ihrem Atelier in Köln Deutz als auch in der Bildhauer Werkstatt in Knechtsteden (Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen e.V.) Raum und Zeit für Reflexion und Kreativität findet. 
 
Lene Enghusen begann ihre künstlerische Tätigkeit zunächst mit Fotografie, die immer experimenteller wurde. Als  sie neben der Fotografie auch mit dem Malen anfing, führte die Frage, ob sie sich für Fotografie oder Malerei entscheiden sollte, schließlich zu einer Kombination aus beidem. Die Fotografie ist dabei fast immer die Grundlage ihrer Kunstwerke. Die Fotos werden mit Acryl, Gouache oder Öl in Ausschnitten übermalt und teilweise auch noch mit Paletten und Rollen bearbeitet. Aber auch Intuition und Zufall entscheiden mit, wo sich die Farbe ablegen möchte. 
 
2016 nimmt Lene Enghusen an einem Bildhauer-Workshop bei Künstlern aus Zimbabwe teil, die mit dem besonders faszinierenden Serpentinstein arbeiten. Die Arbeit mit diesem Stein hat Lene Enghusen so begeistert, dass sie mit der Bildhauerei weiter macht. "Hier ist eine ganz andere Herangehensweise nötig" so Lene Enghusen, und weiter erklärt sie, dass es sich um eine sehr meditative Arbeit handelt. Das ‚Hören’ auf den Stein hat für sie eine metaphorische Bedeutung. Es erinnert daran, dass jedes Kunstwerk seine eigene Stimme hat und dass sie als Künstlerin Ihr Bestes tun muss, um es zum Ausdruck zu bringen. Es dreht sich nicht nur um eigene Vorstellungen, sondern auch um die Zusammenarbeit mit dem Material. 
 
Für Lene Enghusen hat die Natur eine immense Kraft und Schönheit  - eine eigene Lyrik. Aber sie ist auch empfindlich und fragil. Durch ihre Kunst möchte sie auf die Zerbrechlichkeit und das empfindliche Gleichgewicht der Natur aufmerksam machen. Es ist so wichtig, dass wir uns bewusst sind, wie unsere Handlungen die Natur beeinflussen und wie wir sie, und damit auch uns, schützen können. 
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Prof. Dr. Irene Daum über Lene Enghusen

Lene Enghusen – Zwischen Köln und Kopenhagen

Das facettenreiche Werk der Künstlerin Lene Enghusen umfasst Arbeiten aus

den Bereichen Malerei, Fotokunst und Bildhauerei, in deren Zentrum Bilder von

Landschaften, die von ihrer nordeuropäischen Heimat inspiriert sind, stehen. In

Kopenhagen geboren, lebt und arbeitet sie seit vielen Jahren in Köln, unterhält

aber nach wie vor enge Bindungen an Dänemark. Neben ihrer eigenen Arbeit

beschäftigt sie sich intensiv mit Leben und Werk dänischer Künstler, die ihren

Werdegang beeinflusst haben. Dazu gehört der bekannte dänische Maler Asger

Jorn, dessen farbintensive Landschaftsdarstellungen, seine Auseinandersetzung

mit nordischer Mythologie und mit den Folgen von Krieg und Schmerz einen

nachhaltigen Eindruck auf Lene Enghusen machten. Die bei Asger Jorn zu

findende Verknüpfung von figurativen und abstrakten Elementen in Malerei,

Skulpturen und Mixed Media Techniken haben in ihr eigenes Oeuvre Eingang

gefunden. Auch die stimmungsvollen Interieurs der dänischen Malerin Anna

Archer, die die Ruhe des Landlebens und das einzigartige Licht des Nordens in

außergewöhnlicher Farbgebung zum Ausdruck brachte, weisen Parallelen zu Lene

Enghusens Auseinandersetzung mit der Wirkung von Farbe und Licht in Bildern

von Landschaften und Naturszenen auf.

Lene Enghusens Kompositionen spiegeln die Eindrücke und Erfahrungen

unterschiedlicher Lebensphasen wieder und verknüpfen Gegensätze zu einer

Einheit – die Ursprünglichkeit der Natur Dänemarks und die urbane Energie der

rheinischen Großstadt Köln, figurative und abstrakte Bildelemente und den

Serpentin-Stein als traditionellem Rohmaterial afrikanischer Bildhauerei mit

modernen, abstrakten Formen. Ihre Bilder zeigen Sehnsuchtsorte, weite

Landschaften mit klarem Himmel, häufig Szenen am Meer, als Spiegelbild ihrer

Zuneigung zu den Orten. Sie geht in ihrer künstlerischen Arbeit intuitiv vor. Zufall

und eine Vorliebe für das Experimentelle sind elementare Bestandteile des

Entstehungsprozesses. Charakteristisches Merkmal ihrer Bilder ist eine breite

Palette an kontrastreichen Farben, von hellen Tönen, intensiven Blau- und

Grünt.nen bis hin zu dunklen Farbflächen, klare Linien definieren den Horizont.

Daraus resultiert häufig eine fast surreale Atmosphäre. Mit kräftigen Farben

übermalt sie eine Szene oder hebt einzelne Bildelemente hervor; eine senkrechte

blaue Linie durchkreuzt eine Naturdarstellung, verändert Altbekanntes und sprengt

Sehgewohnheiten. Natur und trügerische Oberfläche stehen sich gegenüber, die

gewohnten Bezüge sind aufgehoben, nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick

erscheinen mag.

Lene Enghusens Arbeiten spiegeln das atmosphärische Potenzial von Farben

und ihre zeitlose Wirkung auf meisterhafte Weise wieder. Das Zusammenspiel von

Farbnuancen und spannungsreichen Akzenten fügt die sinnliche Erfahrung eines

Ortes zu einem vielschichtigen Gesamteindruck zusammen, fast spürt man Luft

und das Wasser mit allen Sinnen nach. Leuchtende Farben, dynamische Linien,

unscharfe Konturen, sofort Erkennbares und eigentümliche Details, die sich in

eine realitätsnahe Szene einschleichen, stehen in Wechselwirkung und lassen

atmosphärisch dichte Ansichten und Bildausschnitte entstehen, in denen es viel zu

entdecken gibt. Schichten werden erkennbar, die eine plastische Wirkung

hervorrufen. Titel wie Joy, Faith oder Affection, die das Erleben der Künstlerin

spiegeln, klingen im Betrachter nach. Viele Bilder erscheinen auf den ersten Blick

unwirklich, verschwommene Konturen und ungewöhnliche Perspektiven erinnern

an Lost Places, wie der Blick aus einem dunklen Raum durch ein Fenster, der in

der Serie Kolmanskop die Aussicht auf eine helle Landschaft freigibt und den

Betrachter in das Geschehen mit einbezieht..Die Bilder werfen Fragen nach der

Mehrdeutigkeit von Bildern auf; was ist in unserer Wahrnehmung Realität und was

ist Illusion?

Mit Öl, Acryl oder Gouache übermalte Fotografien nehmen einen besonderen

Platz im Werk der Künstlerin ein. Lene Enghusen verwendet Fotografien als

Inspirationsquelle und verbindet sie mit der Malerei zu einer neuen

Ausdrucksform. Sie stützt sich dabei sowohl auf das Kolorieren von Bilddetails, bei

der die ursprüngliche Fotografie weiter im Zentrum steht als auch auf das

Hinzufügen neuer abstrakter Elemente in pastosem Farbauftrag, bei der die

Schichten erkennbar bleiben und sich alte und neue Bildanteile zu etwas Neuem

zusammenfügen. Die Übermalung schafft visuelle Muster und Farbverläufe, die

das ursprünglichen Bild in neuem Licht erscheinen lassen. Markante farbige Linien

durchziehen eine Fläche, teilen eine Szene in neue Teilbereiche auf, verfremden

und verwandeln das Motiv. Neu hinzugefügte abstrakte Bildelemente stechen nicht

als künstlich oder störend hervor, sondern erscheinen als natürlicher Teil einer

Landschaft und fügen sich harmonisch in die Komposition ein, was am Beispiel

der blauen gebogenen Linien in einer gespiegelten, an eine Lagunenlandschaft

erinnernden Komposition besonders deutlich wird. Die Überarbeitung bringt das,

was wir gewohnt sind zu sehen, in neue Zusammenhänge und regt damit die

Vorstellungskraft bei der Auseinandersetzung mit den Bildern in besonderem

Umfang an. So verleiht die Künstlerin in in Grautönen gehaltenen Fotografien

durch Kolorieren von Details einer Naturszene - einer Blume oder Blättern – eine

neue Perspektive und wirft damit gleichzeitig die Frage nach den Konsequenzen

der Eingriffe des Menschen in die Natur auf.

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Die starke Wirkung von Lene Enghusens Arbeiten entfaltet sich nicht zuletzt auf

der Grundlage eines pastosen Farbauftrags. Farbige Linien scheinen über dem

Hintergrund oder über einer Szene zu schweben. Regentropfen treten auf einer

Fensterscheibe hervor, eine einzelne rote Blume zieht in einem grauen Bild den

Blick auf sich, leuchtend blaue Linien unterteilen die Fläche von im Wasser

gespiegelten Objekten zu einem abstrakt wirkenden Ensemble. Die Bilder sind

Ausdruck von Sinneseindrücken, die in der künstlerischen Umsetzung die

Schönheit der Natur veranschaulichen, die sich durch den Blick und die Hand der

Künstlerin auf einer neuen Ebene manifestiert. Ihre Wirkkraft tritt vor dem

Hintergrund der beliebig erscheinenden Bilderflut der digitalen Welt besonders

deutlich hervor.

Als Bildhauerin schafft Lene Enghusen Skulpturen und Objekte, die wie ihre

Bilder und Fotografien von der Natur inspiriert sind und sich durch organisch

anmutende, abstrakte Formen auszeichnen. Je nach Blickwinkel entfalten sie

unterschiedlichste dreidimensionale Eindrücke und Wirkungen. Runde Formen in

ausgewogener Komposition spüren dem Erscheinungsbild von Pflanzen oder

Gesteinsformationen nach. Man verspürt den Impuls, sie zu berühren und mit

allen Sinnen zu erfahren. Die organisch fließenden Formen sind stark abstrahiert

und nicht so leicht im Vertrauten zu verorten; auch Titel wie Faith fordern die

Vorstellungskraft der Betrachter heraus.

Lene Enghusens bevorzugtes Material ist - neben Alabaster - der aus Zimbabwe

stammende Serpentin-Stein. Die Merkmale seiner Struktur, Laserung und

Beschaffenheit seiner Oberfläche erinnern an Landschaften, auf die man aus

Vogelperspektive blickt. Die Spuren und visuellen Muster auf der Oberfläche

scheinen eine eigene Bedeutung mit sich zu bringen, die die künstlerische Arbeit

inspiriert. Bildhauerei ist für Lene Enghusen ein multisensorischer Prozess. Der

Stein hat eine eigene Stimme, spricht zu der Künstlerin, während der Bearbeitung

beeinflusst der Klang eines Schlages, eine Art akustische Rückmeldung durch den

Stein ihr weiteres Vorgehen. Sie sieht, hört und spürt, wenn das Ergebnis eines

Arbeitsschrittes in die richtige Richtung geht. Die Nuancen des Materials lassen an

von Flüssen durchzogene Landschaften denken und auf diese Weise finden

wichtige Motive ihrer Bilder Eingang in ihre Arbeit als Bildhauerin. Lene

Enghusens Skulpturen rühren an, sie schafft auf der Basis eines Natur-Steins

neue, naturbezogene Formen, die eine Anregung sind, über das Wesen der Natur

und ihre Wandlungen nachzudenken.

Lene Enghusens Werk wirkt gleichzeitig ruhig und expressiv. Ihre Vorliebe für ein

experimentelles prozessorientiertes Vorgehen erlaubt es ihr, neue Möglichkeiten

des Ausdrucks zu erkunden. Das dynamische Zusammenspiel der von nordischen

Landschaften inspirierten Farben, die gekonnte Verknüpfung von

gegenständlichen und abstrakten Elementen und die Lebendigkeit ihrer Bilder

nehmen auf den ersten Blick gefangen. Wir sehen keine naturgetreuen Abbilder,

sondern eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Verhältnis

von Mensch und Natur mit dem analytischen und gleichzeitig empathischen Blick

der Künstlerin. Komposition und Gestaltung der Werke lassen bei der Betrachtung

viel Raum für persönliche Anknüpfungspunkte und Assoziationen. Lene

Enghusens Werk ist eine Einladung, hinter das Gewohnte zu schauen und sich für

neue Perspektiven zu öffnen. Gleichzeitig lenkt sie den Blick auf das fragile

Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur und auf die Notwendigkeit, diese

Balance zu schützen.


J


Arno Brommann om Lene Enghusen

En kunstner mellem Danmark og Tyskland er Lene Enghusen blevet kaldt, også på den anden side af landegrænsen, hvor betegnelsen blev til Eine Künstlerin zwischen Deutschland und Dänemark. Dermed er ikke sagt, at hendes kunst har fundet et leje midt mellem dansk og tysk nutidskunst. I en tidsalder, hvor kunsten forlængst er blevet grænseoverskridende og global, er de fælles kunstneriske bestræbelser så talrige, at der næppe skelnes mellem en decideret dansk eller tysk kunst. Og dog. Født og opvokset i Danmark, føler Lene Enghusen sig tiltrukket af landets natur, især af lyset og havet, som inspirerer hende gang på gang under de årlige besøg i hjemlandet. I Tyskland, hvortil hun flyttede årtier tilbage, og hvor hun fandt til kunsten, bearbejder hun indtrykkene i sit atelier i en nedlagt fabrik i Köln, dog ikke uden også at lade sig inspirere af indtrykkene i landskabet langs Rhinen. Men Lene Enghusens motiviske horisont rækker længere end til disse to poler. Nogle af hendes mest overbevisende arbejder er overmalede farvefotos af motiver, hun fandt i det sydlige Afrika. Og med denne teknik, der nok er bedre kendt i Tyskland, dokumenterer hun, at dette naboland, hvor hun  har valgt at bosætte sig, også har påvirket hendes kunstudtryk.

 

Desuagtet er en realistisk adskillelse mellem danske og tyske sujeter ikke Lene Enghusens intention, snarere lader hun dem gå op i en abstrakt syntese, på det seneste endog hen mod det surrealistiske. Hun er øjensynligt gået til motiverne uden at have forudbestemt en bestemt udtryksform eller teknik. Indtrykkene har fyldt hende og udløst noget stærkt og bevæget i hendes sind, som krævede at få form og komme til udtryk, ikke kun i billeder, men også i skulpturer af sten. Det er denne sindets bevægelighed og lidenskab for formsproget, der har gjort hende til en anerkendt kunstner, og som danner det egentlige udgangspunkt for en udvikling, der langtfra er afsluttet, men på hver af de efterhånden talrige separat- og gruppeudstillinger med arbejder af denne dansk-tyske kunstner overrasker betragteren.